Hilfe per Telefon

Rat & Hilfe für Patienten - 01805/235383 - 0,14 €/Min.
Gesprächsgebühren 0,14 €/Min.
Hilfe & Schlichtung bei Pflegeproblemen - 01805/235384 - 0,14 €/Min.
Gesprächsgebühren 0,14 €/Min.
Patiententelefon
Normale Gesprächsgebühren
-

Schwangerschaft und Geburt


Befruchtung des Eies

Bei der Befruchtung dringt ein Samenfaden in das Ei ein. In diesem Moment wölbt sich ein Teil der Eihaut vor (Befruchtungshügel), und die Außenzone des Eies verändert ihre physikalischen Eigenschaften und chemische Zusammensetzung, so dass weitere Samenfäden nicht eindringen können. Nach der Befruchtung, die im Eileiter stattfindet, wird das Ei zur Gebärmutter transportiert und nistet sich dort in der Schleimhaut ein und wächst. Mit der Befruchtung tritt keine Periode mehr ein. Der zuletzt ausgebildete Gelbkörper übernimmt die Funktion der hormonalen Steuerung zusammen mit der Hirnanhangdrüse.

Embryoblast und Trophoblast

Im Zuge der Zellteilung erfolgt innerhalb der ersten 16 Schwangerschaftstage eine Teilung in den Embryoblasten (der zum Embryo wächst) und in den Trophoblasten (der am 7. Tag die Einbettung in die Gebärmutter bewirkt und zu einem Teil der Plazenta wird). Der Embryoblast gliedert sich am 14. Tag in den Eihautbereich mit der Fruchtwasserhöhle (in der später der Embryo schwimmt) und Dottersack. Es werden also zunächst Höhlen gebildet. Zwischen dem 17. und 40. Schwangerschaftstag entwickeln sich als erste Embryonalorgane die Keimblätter. Aus dem Eihautbereich entsteht das äußere Keimblatt, aus dem Dottersack das Entoderm. Beide entwickeln zwischen ihren Berührungsflächen das Mesoderm. Um die Keimblätter lagert Mesenchym. Nach dem 40. Tag wachsen im Embryo die Organbezirke, aus denen die Organe entstehen.

Embryonalentwicklung

Bis etwa zur 16. Schwangerschaftswoche steht die Entwicklung der Frucht unter dem Einfluss des Gelbkörperhormons. Der Trophoblastenteil der Plazenta gibt vom 22. Tag Choriongonadotropin ab, das zunehmend den weiteren Ablauf der Schwangerschaft steuert. Am Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats ist der Kopf ausgebildet; Rumpf und Gliedmaßen sind erkennbar. Am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats sind bereits Finger und Zehen und innere Organe ausgebildet. Die Herztätigkeit ist im vollen Gange. Mit zunehmender Größe nimmt das Gewicht des Embryos zu. Gleichzeitig weitet sich die Gebärmutter aus. Dadurch ist die Dauer der Schwangerschaft am Stand des Gebärmuttergrundes erkennbar.

Größenzunahme des Embryos

Die Frucht wächst von der Kopfanlage her in Richtung Gesäß. Die Größenzunahme hat eine Erweiterung der Gebärmutter zur Folge. Der Kopf des Föten liegt meistens nach unten, so dass das Kind auch mit dem Kopf zuerst geboren wird.

Weitere Entwicklung der Schwangerschaft

Fruchtmerkmale:

- Ende des 2. Schwangerschaftsmonats: Kopf ausgebildet, Rumpf und Gliedmaßenanlage erkennbar.

- Ende des 3. Schwangerschaftsmonats: Finger und Zehen ausgebildet, After erkennbar.

- Ende des 4. Schwangerschaftsmonats: Mutterkuchen voll ausgebildet, Geschlechtsorgane ausgebildet, Lanugobehaarung an Stirn und Kinn, Krebsröte der Haut röntgenologisch darstellbares Skelett, Kindsbewegungen vernehmbar.

- Ende des 5. Schwangerschaftsmonats: Herztöne hörbar

- Ende des 6. Schwangerschaftsmonats: Beginn der Lebensfähigkeit, mangelhaftes Fettpolster, ausgedehnete Lanugobehaarung, schwache Stimme, faltiges Gesicht ("Greisengesicht").

- Mitte des 10. Schwangerschaftsmonats: Ausbildung der Reifezeichen.

Mutterkuchen (Plazenta)

Bereits im frühen Entwicklungsstadium der Einnistung des befruchteten Eies entsteht an der Einnistungsstelle aus Teilen des Endometriums und des Trophoblasten der Mutterkuchen (Plazenta). Er sitzt normalerweise im Gebärmuttergrund, selten haftet er seitlich an der Gebärmutterwand. Der ausgewachsene Mutterkuchen ist gelappt, von weicher Konsistenz und wächst während der ersten Schwangerschaftsmonate heran.

Aufgaben des Mutterkuchens:

Aufrechterhaltung der Ernährung des Embryos, Zufuhr von Nährstoffen über den an den mütterlichen Organismus angeschlossenen Plazentakreislauf, Stoffwechsel-, Gasaustausch, Hormonproduktion von Östrogen, Gestagenen und Choriongonadotropin.

Nabelschnur:

Die Verbindung zwischen Mutterkuchen und Kind ist die Nabelschnur. Sie ist ca. 1,5 cm dick, von fester Konsistenz und am Ende der Schwangerschaft etwa 60 cm lang. Ihre dünne Haut geht in die Bauchhaut des Embryos über. In der Nabelschnur gibt es zwei Arterien und eine Vene. In den Nabelarterien fließt venöses, sauerstoffarmes Blut zum Mutterkuchen. In der Nabelvene kommt arterielles, sauerstoffreiches Blut aus dem Mutterkuchen zum Föten. Nach der Geburt hört mit dem ersten Atemzug des Kindes die Sauerstoffversorgung über das Blut der Nabelvene auf. Die Nabelschnur und der Teil des Mutterkuchens, der nicht an der inneren Uteruswand haftet, sondern dem Föten zugewandt ist, sind mit Eihaut überzogen.

Fruchtwasser:

Im Fruchtwasser schwimmt der Foetus. Fruchtwasser befindet sich in der Fruchtblase, die durch die Eihaut begrenzt ist.

Aufgaben des Fruchtwassers:

Schutz des Föten vor Druck und Stoß, Bewegungsmöglichkeiten des Föten (Kindesbewegungen werden von der Mutter ab Mitte des 4. Schwangerschaftsmonats bemerkt), Stillung des Durst (der Fötus trinkt), Reinigungseffekt (nur am Ende der Schwangerschaft, der Fötus kotet und uriniert in das Fruchtwasser; die Urinausscheidung erfolgt über einen besonderen Gang, der an der inneren Bauchwand von der Harnblase zur Nabelschnur führt); das Fruchtwasser besteht aus Wasser, Mineralien, organischen Säuren und fetalen Hormonen.

Die Schwangere

Gewichtszunahme der Frau, Schwangerschaftsdauer

Die Schwangere nimmt während der Gravidität etwa 12 kg an Gewicht zu (Tabelle nach Hüter-Ehlers-Schelte). Abweichungen bedürfen der ärztlichen Beurteilung, weil sie durch eine Schwangerschaftsgestose bedingt sein können.

Schwangerschatsdauer :0 Durchschnittlich 280 Tage. Dies entspricht in etwa 9 Monaten. Da jedoch im ärztlichen Bereich nach Mondmonaten zu je 28 Tagen gerechnet wird, dauert die Schwangerschaft zehn Mondmonate zu 28 Tagen = 40 Wochen.

Vergrößerung der Gebährmutter

Im 4. Schwangerschaftsmonat ist die Gebärmutter dicht oberhalb des Schambeins zu tasten, im 6. Schwangerschaftsmonat in Nabelhöhe, im 9. Schwangerschaftsmonat unter dem Rippenbogen, im 10. Schwangerschaftsmonat ist die Gebärmutter insgesamt etwas in Richtung Becken gesunken. Der Fundus steht also unterhalb des Rippenbogens. Hat eine Frau vor der Schwangerschaft regelmäßig alle 28 Tage menstruiert, werden zum ersten Tag der letzten Periode 7 Tage hinzugerechnet, dann 3 Monate abgezogen und ein Jahr zugezählt. Also: 1.Tag der letzten Periode + 7 Tage -3 Monate + 12 Monate. Der sich ergebende Tag ist der Tag der voraussichtlichen Entbindung.

Geburt

Auslösung der Geburt

Durch regelmäßige Wehen, hervorgerufen durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur, gesteuert von Hormonen, kommt die Geburt in Gang. Vor- und Senkwehen treten bereits vier Wochen vor dem Geburtstermin auf.

Der Geburtsablauf erfolgt in drei Phasen:

- Eröffnungsphase bis zum Verstreichen (vollständigem Eröffnen) des Muttermundes und damit eventuell eines geringfügigen dunkelroten Blutabgangs ("Zeichen") und Platzen der Fruchtblase.

- Austreibungsperiode mit Austreibungs- und Presswehen und Austreten des Kindes.

- Nachgeburtsperiode mit Austreiben des Mutterkuchens.

Das reif geborene Kind hat eine Körperlänge von etwa 48-55 cm, ein Gewicht von etwa 2800- 4000g und einen Kopfumfang von etwa 35 cm. Die Nägel überragen die Fingerkuppen, bei Knaben befinden sich die Hoden im Hodensack.


Datum der Text-Erstellung:   28.11.2006
Datum der letzten inhaltlichen Text-Überarbeitung:   16.04.2007

Hilfreiche Adressen zu diesem Thema

Selbsthilfegruppen (2 Adressen)


Datum der letzten inhaltlichen Überarbeitung:  11.07.2007

In Browsern, die die Webstandards unterstützen, sieht diese Seite viel besser aus.